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PNP 14.04.2015

Wasserwacht macht Druck: Zukunft der Jugendarbeit steht auf dem Spiel

Schwimmbetrieb in Poschetsried geht nur weiter, wenn auch die Grundschule mitzahlt –
Hoffnung auf neues Hallenbad in der Zentralschule

Regen. Dass die Zukunft der Jugendarbeit der Wasserwacht auf äußerst wackeligen Beinen steht, davon berichtete die stellv. Vorsitzende Clara Taubenhansl in der jüngsten Jahresversammlung. Die Kernfrage sei, wie es in Regen mit dem Schul-Schwimmsport weitergehe, sagte sie. Seit das Lehrschwimmbecken in der Zentralschule geschlossen ist, betreibt die Wasserwacht das Hallenbad in der Pension Falter in Poschetsried.

Annähernd 400 Helferstunden sind innerhalb der kurzen Nutzungsdauer in diesem Hallenbad im Berichtszeitraum angefallen, so Taubenhansl. Die Wasserwacht ist hier nicht nur Nutzer des Beckens, sie ist Betreiber des Hallenbads. Das bedeutet tägliche Kontrolle der Wasserqualität, Organisation der Belegung, Reinigungsarbeiten und viele weitere Tätigkeiten. All das leistet die Wasserwacht komplett ehrenamtlich. Auch den Räumdienst und die Sicherungspflicht für den Zugang ins Hallenbad übernimmt die Wasserwacht.

Zudem trägt die Wasserwacht sämtliche Kosten, die der Betrieb mit sich bringt, unterstützt von der Familie Baptist Falter als Eigentümer. Für eine gute Auslastung sorgt der TSV Regen mit einem Aquafitnesskurs, geleitet von Ursula Kaufmann. Erfolgreich durchgeführt wurden von den Schwimmlehrern der Wasserwacht zudem vier Schwimmkurse mit über 50 Teilnehmern.

Derzeit nutzt auch die Grundschule Regen mit ihren 4. Klassen das Bad. Die Wasserwacht um ihren Vorsitzenden Franz-Josef Hock hofft inständig, dass dieses Schulschwimmen auch im nächsten Schuljahr weitergeführt wird. Denn sie kann nur durch diese Einnahmen die monatlichen Heizkosten bezahlen. Ohne eine regelmäßige Belegung durch die Schule werde die Wasserwacht den Betrieb in Poschetsried ab dem Herbst nicht mehr stemmen können, hieß es in der Jahresversammlung.

Kommen auch künftig die Grundschüler ins Bad? Von dieser Frage hängt auch ab, ob die Wasserwacht dringend nötige Ausbesserungsarbeiten in Angriff nimmt. Wichtigster Punkt: Der Zugang zum Bad muss für die nassen Herbsttage und Wintermonate gepflastert werden. Eine Entscheidung der Verantwortlichen gegen das Schulschwimmen, so der Vorsitzende Franz-Josef Hock, bedeute das Ende der Nachwuchsarbeit der Wasserwacht. Denn auch die Nutzung umliegender öffentlicher Bäder habe sich als nicht durchführbar herausgestellt.

Hoffnung auf Hallenbad-NeubauUnd überdies setzt die Wasserwacht nach wie vor darauf, dass sich die Stadtführung doch zum Neubau eines Lehrschwimmbeckens im Zuge des Neubaus des Sporttrakts an der Zentralschule durchringt. Franz-Josef Hock bat Bürgermeisterin Ilse Oswald in der Versammlung darum, vor einer endgültigen Entscheidung einen realistischen Betriebskostenvergleich zwischen einer Turnhalle und einem Schwimmbecken vorzulegen und vor einem Beschluss noch einmal alle Betroffenen zu einem Gespräch an einen Tisch zu holen. Hocks Kernargument: Ein Schwimmbecken-Neubau würde zu 70 Prozent gefördert. Der Stadtrat hat das Thema Sporttrakt in seiner heutigen Sitzung (Dienstag, 17 Uhr), auf der Tagesordnung stehen.

In ihrem Grußwort bedankte sich Bürgermeisterin Ilse Oswald, für die geleistete Arbeit der Wasserwacht, vor allem auch beim Betrieb des Hallenbads Poschetsried. Ebenso sicherte sie zu, dass sich der Stadtrat zeitnah mit dem Thema Schulschwimmen auseinandersetzen werde. Auch BRK-Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger lobt die Arbeit der Ortsgruppe Regen. Es sei beachtlich, was in den letzten Monaten geleistet worden sei. Seine Hoffnung für den Nachwuchs in die Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht habe vorerst mit der Lösung Poschetsried erfüllt werden können. Langfristig benötige die Ortsgruppe jedoch wieder ein Hallenbad, das auch für die Rettungsschwimmausbildung geeignet sei, um den Wasserrettungsdienst sicherzustellen.

Schwimmtraining hat wieder ZulaufAuf ein außerordentlich aktives Vereinsjahr blickten die Verantwortlichen der Wasserwacht zurück. Ein beeindruckendes Zahlenwerk an Stunden und Aktivitäten konnte Technischer Leiter Simon Kuchler in seinem Bericht präsentieren. Übungen, Ausbildungen, aber auch Wasserrettungseinsätze bestimmten seine Statistik.

Jugendleiterin Elisabeth Fastner konnte von den Höhe und Tiefen um das wöchentliche Schwimmtraining berichten. Waren nach der Schließung des Lehrschwimmbeckens in der Zentralschule zunächst viele Mitglieder abgewandert, so können seit der Übernahme des Hallenbads Poschetsried durch die Wasserwacht im November wieder steigende Teilnehmerzahlen verzeichnet werden. Hierzu trage auch die Trainingsgruppe "Anfänger" bei. Zusätzlich zum wöchentlichen Training standen eine Fahrt ins Spaßbad Palm Beach, das Rama Dama, Line Dance und Rafting auf dem Programm der Jugendleiterin.

Am 9. Mai treffen sich die Wasserwachtler zum Frühjahrsputz in der Garage mit Frühdefibrillationsfortbildung und anschließendem Grillen. Im Sommer findet eine Freibad-Olympiade statt, im Herbst ein Ehrenabend für langjährige Mitglieder und besondere Auszeichnungen. − bb